Ein ebenso berührender wie brisanter Roman
Wie stellt man sich einem drohenden Ende entgegen? Wie verarbeitet man eines, das bereits eingetroffen ist? Nina und Milly wissen um die Unsicherheit und die Ohnmacht, die ein Ende mit sich bringt: Nina muss sich damit auseinandersetzen, dass der ansteigende Meeresspiegel ihr Zuhause zerstört. Und Milly sieht sich mit einem Verlust konfrontiert, den zu verarbeiten sie nicht imstande ist. Im Ringen um ihre Existenzen kommen sich die beiden ungleichen Frauen näher, während sich alles andere allmählich entfernt.
An einem Strand findet ein Delfin den Tod. Und auch die Menschen, die in der unteren und oberen Stadt wohnen, sehen sich mit Enden aller Art konfrontiert. Da ist zum Beispiel Nina, die ihren Sohn allein großzieht und sich abmüht, ein Zuhause aufrechtzuerhalten, das langsam, aber sicher vom Meer verschlungen wird. Und da ist Milly, die das Unmögliche versucht, um den Verlust ihres Lebenspartners zu verdrängen. Als sich die ungleichen Frauen in einem kleinen Restaurant an der Küste kennenlernen, keimt aus Einsamkeit eine unerwartete Freundschaft. Gemeinsam scheinen die beiden, sich den Wogen des Lebens stellen und Trost im Untröstlichen finden zu können. Doch das Ende lässt sich nicht aufhalten. Bleibt die Frage: Was kommt danach?
Vom Akzeptieren und Loslassen
«delfin» ist ein ebenso berührender wie brisanter Roman. Ralf Bruggmann erzählt vom Akzeptieren und Loslassen, von leblosen Körpern und suchenden Seelen. Er verpackt hochaktuelle Debatten in poetische Gespräche und innere Monologe, die nichts ungerührt lassen. Selbst – oder vielmehr vor allem – den Kern des Menschlichen.
Ralf Bruggmann
delfin
orte Verlag
264 Seiten
ISBN 978-3-85830-323-3
